Julian Assange - oder: ...denn sie wissen genau, was sie tun...

151. Schwarze Nacht


Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, dann werden wir von Verbrechern regiert. (Edward Snowden)

An dieser Stelle wächst von jetzt an ein Informationspaket, das mit dazu beitragen soll den Protest gegen eine mögliche Auslieferung von Julian Assange in die USA zu verbreitern, – gerade jetzt, in den Zeiten von Corona. Dabei geht es nicht nur darum, das Unrecht, das an dem Whistleblower exekutiert wird, anzuklagen: In dem Prozess gegen Julian Assange werden der Rechtsstaat und zentrale Säulen einer funktionierenden Demokratie, die Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheit infrage gestellt. – Der öffentliche Widerstand dagegen hält sich bislang in Grenzen. Es gibt derzeit, so scheint es, Wichtigeres als einen Menschen, die Redefreiheit… Deshalb steht am Anfang dieser „virtuellen Schwarzen Nacht“ ein 3teiliges Gespräch mit Ralf Nestmeyer, dem Vizepräsidenten des Deutschen PEN-Zentrums , das für die Freiheit des Wortes eintritt – weltweit.

Gespräch mit Ralf Nestmeyer, PEN


Teil 1 – Biographisches zu Ralf Nestmeyer
Teil 2 – Julian Assange und PEN
Teil 3 – Ein Blick zurück nach vorn

Ende April sollte an 2 Abenden die 151. Schwarze Nacht im Rahmen der Hamburger Tage des Exils laufen, zu Edward Snowden, dem Whistleblower, der im Exil in Moskau lebt: Lesungen, Gespräche, Filmvorführungen waren vorbereitet, Gäste eingeladen; es sollte über _Datenschutz, Whistleblower und Exil im Zeitalter globaler Überwachung gesprochen werden. Die Veranstaltungen konnten aus Corona-Gründen nicht stattfinden. – Sie wären wichtig gewesen, auch, um an Julian Assange zu erinnern. Der Wikileaks-Gründer bedroht die Geschäfte der Eliten, er machte unzählige Verbrechen öffentlich, löste politische Erdbeben aus, „formulierte“ den Journalismus im Zeitalter des Internet neu und hat zudem einen erheblichen Anteil an der geglückten Flucht Edward Snowdens ins Exil nach Moskau. Dieser Mann stört. Deshalb soll er zum Schweigen gebracht werden, in Form einer öffentlichkeitswirksamen Warnung an alle Journalisten und Aufklärer. Deshalb sitzt er in London noch immer in Haft, obwohl er längst hätte freikommen müssen. Die USA haben ihn u.a. der Spionage angeklagt und einen Auslieferungsantrag gestellt. Die erste Anhörung darüber lief im Februar und sollte Mitte Mai fortgesetzt werden. Wegen Corona ist das Verfahren in den September verschoben worden. Julian Assange drohen 175 Jahre Haft, sogar die Todesstrafe scheint möglich. Die körperlichen und psychischen Symptome, die Assange schon jetzt zeigt, beschreibt Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter für Folter, als Folgen psychischer Folter. „Julian Assange“, sagte er, hat Folter aufgedeckt, er wurde selber gefoltert und könnte in den USA zu Tode gefoltert werden.“

Die Chronologie der Ereignisse


Teil 1 – Stationen einer Karriere: Vom begabten Hacker zum Staatsfeind Nr.1
Teil 2 – Flucht ins Gefängnis
Teil 3 – Julian Assange hat Verbrechen aufgeklärt, dafür wird er selbst zum Verbrecher erklärt

Weiterführende Informationen


- ARD-Dokumentation von John Goetz und Poul-Erik Heilbuth: Jagd auf Snowden – Wie der Staatsfeind die USA blamierte
- Republik: Interview mit Nils Melzer, dem UN-Sonderberichterstatter für Folter
- Der Standard (Österreich): Die obskure Rolle der schwedischen Justiz
- 3sat/Kulturzeit : Die konstruierten Vorwürfe gegen Julian Assange
- Europarat: Stellungnahme: Assange sofort freilassen
- Die Assange-Kampagne um Günter Wallraff
- Die Hamburger Unterstützer Gruppe

Danke!


Ich danke allen, die mitgeholfen haben dieses wachsende Informationspaket zusammenzustellen, zu starten und weiterhin unterstützen: Regula Venske, Präsidentin des Deutschen PEN Zentrums; Udo Halbrock, Ralf Nestmeyer, Vizepräsident des Deutschen PEN Zentrums und Beauftragter der Sektion Writers in Prison; John Goetz, NDR der Körber-Stiftung Hamburg, Mathias Ribeaucourt, Walter Voigt, Monika Wagner, Stephan Wels (NDR) …

Artikel vom 14. Mai 2020



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