"Es
gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch
stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht
heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu
Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw.
Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten." (Bertolt Brecht, Me-Ti - Buch der Wendungen) - Verbrechen sind eben kein Privileg von Gesetzesbrechern... - "Zur
Vermei- dung möglicher Mißverständnisse ein Wort....Weniger als jeder
andere kann mein Stand- punkt...den einzelnen verantwortlich machen für
Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, sosehr er sich auch
subjektiv über sie erheben mag."(Karl Marx, Das Kapital, Bd.1)
"Zweifellos ist es bequemer, in blinder
Unterwerfung zu leben, als an seiner Befreiung zu arbeiten: Auch die
Toten sind der Erde besser angepasst als die Lebenden."(Simone de Beauvoir)
Was ist schon ein Bankeinbruch gegen die Tätigkeit einer Bank!
Ein hoher chinesischer Funktionär, so die Süddeutsche Zeitung, hat das Geschäft ausländischer Banken mit Derivaten scharf kritisiert. Der Verkauf solcher Terminpapiere habe "betrügerischen Charakter", schrieb der stellvertretende Vorsitzende der Behörde zur Verwaltung von Staatsunternehmen, Li Wei: "EINIGE INTERNATIONALE INVESTMENTBANKEN SIND DIE GRÖSSTEN VERBRECHER." - Insbesondere bei staatlichen Fluggesellschaften hätten Termingeschäfte mit Krafstoff zu hohen Verlusten geführt. Diese Deals wurden mit Banken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley abgewickelt....Lis Behörde ist für die Kontrolle von 136 staatlichen Unternehmen zuständig. Von diesen investierten 68 in Derivaten und registrierten ...bis Ende Oktober vergangenen Jahres Buchverluste von ... 1,1 Milliarden Euro.
Westerwelle II: Wie die HartzIV Schmarotzer unsere Gemeinsystem zum Einsturz bringen und unsere Leistungsträger behindern...
Derzeit läuft, so von BILD bis FAZ, eine Verschwörung an den Finanzmärkten. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ haben sich Finanz-Haie bei einem exklusiven Dinner in einem Privathaus in Manhattan getroffen. Ihr Plan: Sie wollen von der dramatischen Schuldenkrise in der Eurozone profitieren.Großinvestoren und sog. „Hedgefonds“ wetten an der Börse darauf, dass Griechenland pleite geht.
Egal, was passiert. Steuermilliarden werden und müssen fließen: Entweder, um die Banken zu retten, wenn Griechenland kollabiert oder um Griechenland jetzt zu stützen, damit es nicht pleite geht. Deshalb sollen die Hartz IV-Empfänger gefälligst nicht mehr auf der faulen Haut liegen und von 345 € Stütze (Höchstsatz für Alleinstehende - davon möchte ich Guido mal "anstrengungslos Wohlstand" bauen sehen...) in Saus und Braus Steuern verprassen...
Westerwelle I hat völlig Recht: Dekadenz, Fäulnis und Sozialismus breiten sich aus...
Am Mittwoch, 17. Februar, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine neue Untersuchung vorgelegt: Dieser aktuellen Erhebung zufolge lebten rund 11,5 Millionen Deutsche im Jahr 2008 in Armut. Das entspricht gut 14 Prozent der Gesamtbevölkerung - und damit rund einem Drittel mehr als vor zehn Jahren.
"Wer noch etwas zu sagen hat, der trete vor und schweige"
"Während die EU-Finanzminister im Oktober 2008 ohne langes Zögern die gigantische Summe von insgesamt 2,5 Billionen Euro - also 2 500 000 000 000 Euro - bereitstellte, um angeschlagene Banken vor dem Ruin zu bewahren, wurde am anderen Ende der Welt - wo es um überlebenswichtige Hilfen für Menschen geht - radikal der Rotstift angesetzt. Der Etat des Welternährungsprogramm, das zuvor über ein Budget von sechs Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) verfügte, wurde 2008 um etwa 40 Prozent gekürzt. Das Geld muss reichen, um gut 71 Millionen Menschen mit dem Nötigsten zu helfen." (Jean Ziegler im Hamburger Abendblatt vom 24. 12. 2009)
Systemrelevanz - oder: Von Banken und Menschen Unter Geiern «Die Kontakte mit der Mafia
hätten dazu dienen sollen, nach der Ermordung von Falcone weitere Bluttaten an
Politikern wie Giulio Andreotti, damaliger Ministerpräsident, und anderen
Ministern zu verhindern», bestätigte Grasso diese Aussagen. - Verhandelt worden
sei um den Inhalt eines so genannten Papellos, berichten die Medien seit
einigen Tagen. Darauf soll die damalige Nummer eins der sizilianischen Mafia,
Toto Riina, zwölf Forderungen an den Staat notiert haben. - Ob das Dokument,
dessen Original in diesen Tagen von Liechtenstein nach Italien verbracht wird,
echt ist oder nicht, soll nun festgestellt werden.
Die Zahl der Hungernden ist weltweit auf mehr als eine
Milliarde gestiegen, statistisch ist das etwa jeder siebte Mensch. Die Zahl der
Unterernährten ist gegenüber dem Vorjahr auch infolge der globalen Rezession um
100 Millionen Menschen gestiegen. Alle sechs Sekunden stirbt ein Kind an
Unterernährung. Aber: Die wichtigsten Staats- und Regierungschefs fehlen beim 3tägigen
Welternährungsgipfel in Rom, der gerade (16. November 09) begonnen hat. - Der Entwurf der Abschlusserklärung blende wichtige Ursachen des Hungers aus, erklärte Armin Paasch, Agrarexperte der
Menschenrechtsorganisation Fian. Das Kommunique erwähne weder "den
Ausverkauf von Land in Afrika und Asien an ausländische Staaten und Konzerne,
noch das Agrardumping vieler Industrieländer". Oxfam-Handelsexpertin
Marita Wiggerthale (Oxfam-Läden gibt es in Hamburg in der Hoheluftchaussee 58
und in der Wandsbeker Marktstr. 10)
kritisierte, das Dokument lasse kein Umdenken im Kampf gegen den Hunger
erkennen. Noch immer setzte die internationale Gemeinschaft auf mehr
Marktöffnung, massiven Düngemitteleinsatz und Biotechnologie. Die USA und
andere Staaten fordern sogar die von den G 8-Staaten zugesagten 20 Milliarden
Dollar an einen Treuhandfonds der Weltbank zu übertragen, die Bank, die eine
gezielte Zerstörung der je nationalen Lebensmittelversorgung propagiert, um
Platz für subventionierte Lebensmittel aus den USA und der EU zu schaffen. –
Und so ganz nebenbei: Insgesamt hat der angeschlagene deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate
schnell und unbürokratisch Finanzhilfen von mehr als 100 Milliarden Euro
erhalten. - Menschen sind offenbar nicht so systemrelevant wie eine Bank.
"Der oberste Antimafia-Richter Italiens bestätigt, was man
bisher nur vermutet hat: Die Richter Falcone und Borsellino wurden 1992
ermordet, weil sie einem Abkommen zwischen der italienischen Regierung und der
Mafia in die Quere gekommen waren. - Bis zum heutigen Tag ist zum Beispiel
unbekannt, weshalb die Mafia die Route so genau kannte, welche die beiden
schwer bewachten Ermittler Borsellino und Falcone nehmen würden in jenen Tagen,
in denen die Mafia beschlossen hatte, die beiden mit Bomben umzubringen.... Jetzt
hat der oberste Antimafia-Ermittler Piero Grasso im italienischen Fernsehen das
Gerücht bestätigt, dass der Staat damals mit der Mafia verhandelt hat... Mit
der Ermordung von Falcone habe die Mafia dem Staat zeigen wollen, wie stark sie
sei, sagten die reuigen Mafiosi.
Trotz dieser Klärungen durch den
derzeit obersten Antimafia-Ermittler Piero Grasso, bleibt noch vieles unklar:
Stimmt es tatsächlich, dass Borsellino von der Mafia umgebracht wurde, um den
Staat zu Zugeständnissen zu zwingen? Oder stimmt viel eher die Aussage von
Borsellinos Familie, die sagt, er habe sich gegen diese Verhandlungen quer
gelegt und sei deshalb mit Wissen des Staates oder gar durch den Staat
umgebracht worden?
Silvio Berlusconi ließ schon vor
Wochen verlauten: „Man möge jene Zeit ruhen lassen, was bringe das graben in
alten Wunden. Ein Berlusconi sagt dies, der in den 1970er-Jahren 24 Monate lang
einen wichtigen Mafioso bei sich angestellt hatte, als Pferdepfleger." (
DRS-Ita- lienkorrespondent Agostinis auf der Website des Schweizer Senders DRS, 19.10. 09)
Der griechische Gott Hermes, der sich im alten Rom zu Merkur wandelte, war nicht nur der fliegende Bote der
Götter. Er war zugleich auch der Schutzgott der Händler, des Gewerbes
und der Diebe, zuständig für Reichtum und Gewinne, auch wenn diese
ergaunert waren. Eine alte Regel an der Wall-Street lautet: Börsenbooms gebären vor allem auch
Betrüger - und Letztere werden in den nachfolgenden Crashs dann
unvermeidlich der Öffentlichkeit bekannt.
Über Jahre hinweg soll sich Milliardär Raj Rajaratnam, 51, dessen Galleon Group mit
rund sieben Milliarden Dollar Einlagen zu den weltgrößten Hedgefonds
gehört, durch illegale Insider-Informationen aus namhaften US-Konzernen
sagenhafte Spekulationsvorteile verschafft haben.
"Als Geschröpfte oder als Arbeitgeber der mutmaßlichen Komplizen gelten", so spiegel-online (19.10.09),"Google, Intel, IBM, Sun Microsystenms, Hilton Hotels, die Ratignagentur Moody's, McKinsey, die Techfirmen AMD, Clearwire und Akamai, der Outsourcing-Riese PeopleSupport oder der Kommunikationskonzern Polycom. "
Wir sind das Geld
"Erst die umstrittene Millionen-Überweisung an die US-Bank Goldman Sachs,
dann der Mobbing-Skandal in der New Yorker Niederlassung - und jetzt ...
verzockten die Banker mit riskanten Investments 500 Millionen Euro...-
und das, obwohl die Gefahren bekannt waren" (Süddeutsche Zeitung, 12. Oktober), - "
Laut «Focus» soll der Vorstand der Landesbank von Schleswig-Holstein
und Hamburg künftig wieder umfangreiche Boni-Zahlungen erhalten. Das
sähen Pläne des Aufsichtsrates vor, die auf der nächsten
Aufsichtsratssitzung beschlos- sen werden sollen. Die an Bedingungen
geknüpften Sonderzahlungen lägen nach dem Willen von Kopper deutlich
über den derzeit limitierten Jahresgehältern von 500 000 Euro.
" (NA/ddp)
Wir sind das Volk
Die zweifache Mutter Angelika W.
(42) aus dem Stadtteil Prenzlauer Berg putzt für ihren geringen
Lebensunterhalt. In der ersten Oktoberwoche 09 demonstrierte sie für mehr Gehalt und
wurde prompt von ihrem Chef gefeuert. - In den vergangenen Monaten
hatten Entlassungen wegen Bagatellschäden immer wieder für Schlagzeilen
gesorgt. So verlor unter anderem im Januar 2008 eine Berlinaer
Supermarktkassiererin wegen der angeblichen Unterschlagung zweier Pfandbons im
Wert von 1,30 ihren Job. Die Frau hatte zuvor 31 Jahre in dem Unternehmen
gearbeitet. Überdies wurden im September 2008 zwei Mitarbeiter einer
Bäckerei-Kette aus Bergkamen (Kreis Unna) fristlos entlassen. Sie hatten
Brotaufstrich im Wert von zehn Cent verzehrt und nicht bezahlt." (Spiegel online, 12.10.09)
Leistung soll sich wieder lohnen!
Prof. Dr. Rudolf Hickel, Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft
in Bremen: „Armut geht heute von der wachsenden Zahl an Beschäftigten
aus, deren Erwerbseinkünfte nicht ausreichen, um die Existenz zu
sichern.” Dieses 'Working poor', das schon seit Jahren in den USA
beobachtet wird, breite sich auch in erschreckendem Tempo in
Deutschland aus. Wer wenig verdiene, zahle auch nur geringe
Rentenbeiträge und habe kein Geld für eine andere Daseinsvorsorge. Dr.
Hickel: „Zusätzlich gehen Unternehmen dazu über, Jobs zu vergeben,
deren Entlohnung das Existenzminimum nicht mehr sichern.”
(westfaöenpost, 13.10.09) „Jeder fünfte Beschäftigte hat
mittlerweile einen Billigjob – insgesamt sind das 6,5 Millionen Menschen! Das geht
aus einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Univer- sität
Duisburg-Essen hervor. Dabei beobachten die Forscher einen Trend zu sinkenden
Löhnen und einer weiteren Lohnspreizung nach unten. - Als Niedriglohn gilt in
Westdeutsch- land eine Bezahlung von weniger als 9,62 Euro pro Stunde, in
Ostdeutschland von weniger als 7,18 Euro. - Jeder dritte Niedriglohnbeschäftigte
arbeitet danach für weniger als 6 Euro brutto, 1,2 Millionen Betroffene verdienten
2007 sogar weniger als 5 Euro. - ...knapp
ein Vier- tel der Beschäftigten mit Stundenlöhnen unter 5 Euro verdienen trotz
voller Arbeitszeit im Mo- nat nicht mehr als rund 800 Euro brutto. - Der
Anteil der Niedriglohnbeschäftigten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung
hat sich dabei deutlich erhöht von 58,5 Prozent im Jahr 1995 auf 70,8 Prozent
in 2007.“ (Übrigens sind das keine Zitate aus der "Roten Fahne", sondern aus der BILD-Zeitung vom 09.07.2009)
Wir sind die Alten Neapel, Kalabrien, Assen "Die 'Curski' hätte der
erste Beweis sein sollen, nun geht es um die 'Rigel'. Sie soll voll
beladen mit Giftmüll in den Tiefen des Tyrrhenischen Meers vor der
süditalienischen Region Kalabrien liegen, versenkt von der Mafia. Die
soll das mit etwa in den achtziger und neunziger Jahren mit mehr als 30
Schiffen gemacht und dabei gleich mehrfach verdient haben: Sie
kassierte für den Transport und die angebliche Entsorgung des Giftmülls
und dann die Versicherungssumme für das untergegangene Schiff...
Die Mafia soll Millionen von Tonnen Sondermüll aus europäischen
Ländern, auch aus Deutschland, an Land in Kalabrien, in Grotten an der
Küste und auf dem Meeresboden beseitigt haben, nachdem sogar
Bürgerkriegsländer wie Somalia ihn nicht mehr als Gegenleistung für
Waffenlieferungen aufnehmen wollten. Der kalabrischen Mafia, der
’Ndrangheta, verhalf dieses Geschäft nicht nur zu enormen Gewinnen,
sondern verschaffte ihr auch wertvolle internationale Kontakte. Dass
sie sich auch in Deutschland eingerichtet hat, wurde 2007 mit
sechsfachen Mord von Duisburg deutlich.
" (FAZ, 12.11.09)
"Immer mehr Menschen, die das 60. Lebensjahr überschritten
haben, werden straffällig. Seit Mitte der 90er hat die Kriminalität innerhalb
dieser Altersgruppe um 28 Prozent zugenommen, so die Statistik des
Bundeskriminalamtes.
Warum werden Senioren kriminell? Ein Mitarbeiter des Kriminologischen
Institutes in Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Professor Frieder Dünkel
drehte die Fragestellung um: Wieso
werden so wenig Senioren kriminell? Das Erstaunliche ist ja, dass die wenigsten Rentner kriminell werden. Also, trotz ihrer absoluten Armut werden die meisten nicht straffällig...Also man muss sich die Frage stellen, wie halten es die alten Menschen aus ... mit ihren kümmerlichen Renten leben, nicht straffällig zu werden, obwohl es eigentlich jeden Grund dazu gäbe, hier und da irgendwas zu versuchen, ihre Rente zu verbessern."(Aus: Deutschlandfunk, 10.8.2004, Rentner-Klau - Immer mehr alte Menschen in Ostdeutschland werden straffällig, von Annegret Faber)
"In Deutschland müssen Hunderttausende Rentner auch nach ihrer
Pensionierung malochen. Viele von ihnen halten sich mit lausig
bezahlten Mini-Jobs über Wasser, das belegen Zahlen der Gewerkschaften
Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und Ver.di. Waren es vor sechs Jahren
bereits 559.203 ältere Menschen, die mit Mini-Jobs ihre Rente
aufbesserten, so stieg deren Zahl bis 2007 auf 722.953. Eine satte
Steigerung um gut 29 Prozent." (Spiegel online, 26.10.09)
"Auf dem Meeresgrund vor der Küste Süditaliens ist das Wrack eines
Frachters mit 120 Behältern Atommüll entdeckt worden. Wie der
Staatsanwalt von Paola in Kalabrien, Bruno Giordano, sagte, handelt es
sich um die 110 Meter lange "Cunsky". Das Wrack liege 28 Kilometer vor
der Küste 500 Meter unter dem Meeresspiegel, fügte Giordano hinzu.
Woher die atomaren Abfälle stammten, sei nicht bekannt. Nach den Erkenntnissen der süditalienischen Staatsanwaltschaft soll die Mafia 32 Schiffe mit Giftmüll im Mittelmeer versenkt haben..." (Spiegel online, 15.09.09)
"Die Hälfte der Täter geht straffrei aus", berichtete ein Anwalt laut Spiegelonline "mit
Verweis auf insgesamt 210 Fälle von Wirtschaftskriminalität, die die
befragten Firmen als schwerwiegend geschildert hatten. Noch vor zwei
Jahren seien immerhin 61 Prozent der Täter angezeigt worden.Die Krise hat viele Firmen in einen Ausnahmezustand versetzt.
Manche Manager greifen zu illegalen Mitteln, um Profitvorgaben doch
noch zu erfüllen - und kommen oft davon. Einer neuen Studie zufolge ist
die Gefahr gering, erwischt zu werden.
Die Bereitschaft, eigenekriminelle Mitarbeiter nach der Aufdeckung
schwerwiegender Delikte bei den Behörden anzuzeigen, sei deutlich
zurückgegangen..."
Knacken wir doch eine Bank...
Gemeinsam haben Bund, Länder und Kommunen bis Ende 2008 mehr als 1,5
Billionen Euro langfristige Schulden angehäuft. Verteilt man diese
sogenannten Kreditmarktschulden gleichmäßig auf alle Einwohner, trägt
jeder Bundesbürger rechnerisch eine Schuldenlast von knapp 18.500 Euro.
Das sind rund 4500 Euro mehr als vor zehn Jahren.
(Spiegel online - 24.9.09)
Danke, dass wir euch helfen dürfen!!!
"Die US-Finanzindustrie bekam gigantische Staatshilfen zum Überleben -
hat aber fast ein Fünftel des Geldbetrags für üppige Bonuszahlungen an
die eigenen Manager ausgegeben. 32,6 Milliarden Dollar an Prämien
wurden nach neuesten Zahlen ausgeschüttet...." meldet spiegel-online heute, am 31.7.09.
Skandal: Das Sein bestimmt das Bewußtsein
Kritiker werfen ja dem alten Karl immer vor, er habe mit diesem Satz gänzlich unhistorisch den Primat der Ökonomie gefeiert. Leute, die gelesen haben wovon sie sprechen, wissen, dass dieser Satz eine Kritik an skandalösen Zuständen ist, in denen die Wirtschaft noch immer Herrscherin, nicht Magd ist. Mittlerweile haben die Ökonomen die Weltherrschaft übernommen, Ökonomen, die meist nicht einmal mehr ihren Keynes kennen, dafür aber mit der Ideologie vermeintlich wertfreier, objektiver mathematischen Formeln die Welt organisieren wollen. Ihr einziges Credo: Alles muss sich rechnen - vor allem Menschen, schließlich sind die auch nicht mehr als Kostenfaktoren oder Humankapital.
Upton Sinclair beschrieb 1906 in "Der Dschungel" die Schlachthöfe Chicagos. "Es war Schlachten per Fließband, Fleischgewinnung mit angewandter Mathematik." Professor
Dr. med. Linus S. Geisler, Internist und Mitglied der Enquete-Kommission "Ethik und Recht
der modernen Medizin" des Bundestages, schrieb über die sog. Gesundheitsreform:
"Die Mündigkeitsmetapher verdeckt möglicherweise
noch ganz andere Intentionen: die schleichende Rückverlagerung von
Krankheitsrisiken in die private Verantwortung des Patienten,
gegen die er sich nur durch "überirdische" Gesundheitsdisziplin
erwehren könnte. Leistungskürzungen, die Wahlfreiheit vorspiegeln, kaschierte
Rationierung, die sich als Eigenverantwortlichkeit ausgibt, nüchterne Versicherungsmathematik, die Gerechtigkeit
vorgaukelt." Und was sich derzeit an den Universitäten abspielt, umriß Professor Dr. Thomas Hoeren (Direktor des Instituts für Informations-, Telekommuni- kations- und Medienrecht der Universität Münster), für "seinen" Bereich so: "Wenn in der Jurisprudenz der Primat ökonomischer Effizienz gelten soll, wird die Rechtsbefolgung zu einem reinen Konstenfaktor." - Nicht nur dort: "Indem der Pragmatismus versucht, die Experimentalphysik zum Prototyp aller Wissenschaft zu machen und alle Sphären des geistigen Lebens nach den Techniken des Laboratoriums zu modeln, ist er das Pendant zum modernen Industrialismus, für den die Fabrik der Prototyp des menschlichen Daseins ist und der alle Kulturbereiche nach der Fließbandproduktion oder nach dem rationalisierten Bürobetrieb modelt. Um zu beweisen, dass er mit Recht gedacht wird, muss ein jeder Gedanke ein Alibi haben, muss er seine Zweckmäßigkeit verbürgen..." (Max Horkheimer, Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, Ffm 1974)
Wem gehört die Welt Ein drastisches Beispiel ... ereignete sich vor kurzem in
den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wie unter anderem "Wired" und
" The Register" berichteten, spielte der dortige Netzbetreiber
Etisalat seinen 145.000 Blackberry-Kunden ein Update aufs E-Mail-Handy, das eine
Spionage-Software enthielt. Durch einen einfachen Befehl des Netzbetreibers
könnte diese aktiviert werden, so die Analyse des
Software-Sicherheitsunternehmens Veracode. Dann würden mit dem Smartphone
empfangene E-Mails und SMS in verschlüsselter Form an einen unbekannten
Empfänger weitergereicht - lokale Sicherheitsbehörden, mutmaßten verschiedene
IT-Experten. Das ganze fiel überhaupt nur deshalb auf, weil ein Fehler dafür
sorgte, dass die betroffenen Blackberrys rasant ihre Akkus leersaugten - sie
versuchten, einem überlasteten Server mitzuteilen, dass das Update installiert
worden war...
Jeder Webmail-Account, jedes Hightech-Telefon, jeder DVD-Player mit
Internet-Anbindung schränkt unsere Freiheit ein bisschen weiter ein -
zumindest potentiell." (Christian Stöcker, Wie uns Gadgets an Konzerne fesseln, in: Spiegel online, 22.07.09)
"
Im Zeitalter digital vernetzter Geräte sind Werte wie die
Unverletzlichkeit der Wohnung, der Schutz des Privateigentums oder das
Briefgeheimnis nicht mehr viel wert. Spielkonsolen, Blackberrys,
iPhones, Windows-PC, Apple-Rechner, Blu-ray-Player - digital dauerhaft
oder immer wieder mit dem Hersteller verbundene Geräte sind aus unserem
Alltag längst nicht mehr wegzudenken. All diese Geräte können per
Software-Update jederzeit aus der Ferne modifiziert werden. Ein iPhone,
könnte man auch sagen, gehört einem längst nicht so sehr wie es der
Kühlschrank oder das Fahrrad tun (außer, man verlässt sich auf
die Tricks freiheitsliebender Hacker). Wir hängen alle an der Leine der Konzerne....
Der zu 150 Jahren Gefängnis verurteilte amerikanische Finanzbetrüger
Bernard Madoff , so die NZZ am 14. Juli 09, wird den Rest seines Lebens voraussichtlich in einer
Haftanstalt im Teilstaat North Carolina verbringen. Die Behörden haben
für den 71-Jährigen das Gefängnis in der Kleinstadt Butner ausgewählt,
wie am Montag die TV-Sender CNBC und ABC News berichteten....
Madoff hatte den Schaden (den er mit seinem totsicheren Anlagesystem verursacht hat, mf) zunächst mit 50 Mrd. Dollar beziffert; andere
Schätzungen gehen bis 65 Mrd. Dollar. Zu seinen Opfern zählten Banken,
Privatpersonen und Wohltätigkeitsorganisa- tionen. - Derzeit geht es einigen Mini-Madoffs an den Kragen.
Viel schlimmer aber:
Überall lauern sie, die Abzocker und Betrüger. Nach gelunger Sanierung durch den Staat, also die Habenichtse, machen die Banker nicht nur in London genauso weiter wie vor dem Crash - der noch gar nicht überstanden ist. Spiegel online (14.7.09) meldet: "
Washington half den Banken, die Banker nutzten die Gelegenheit und
machten Kasse: Manager des Geldhauses Goldman Sachs haben nach
Auszahlung der Hilfsmilliarden für die US-Finanzindustrie massiv eigene
Aktien auf den Markt geworfen. Der Gesamterlös: rund 700 Millionen
Dollar."
Und jetzt schreckte auch das auflagenstärkste deutsche Tageszeitungsbildungsblatt unsereinen hoch, dass man sogar in den eigenen
Bettlaken nicht mehr sicher sei. Vor allem Männer müssen
schreckliche Wahrheiten verkraften.
Laut Spiegel online (9.7.09) gibt es da eine
Ratgeber-Reihe zum Thema "Liebe & Leben". Auftakt der Serie war der Artikel: "Wie
erkenne ich, ob meine Partnerin einen Orgasmus nur vortäuscht?" Darin
erklärt eine Expertin: "80 Prozent aller Frauen täuschen Orgasmen vor."
Im Banker-Jargon, der ja nun mit der allgemeinen Ökonomisierung auf alle Lebensbereiche übergreift heißt das, so der Spiegel:
"Wir können nicht einfach immer weiter und weiter investieren und uns
verausgaben, und am Ende heißt es dann: Tut mir leid, die Einlagen sind
nicht gedeckt, die Rendite ist futsch.
" Tja.., wem eigentlich darf Mann da noch trauen?
In Memoriam Eric Ambler - Bitte keine Rosen mehr > für "kompetente Kriminelle"
„Vor Jahren wurden der Julius-Bär-Bank Unterlagen
entwendet, von ihrem Ex-Manager auf den Cayman Islands: Der musste als
Hurrikan-Verantwortlicher jeden Abend eine Sicherheitskopie der
Bankserver-Daten mit nach Hause nehmen. Als er entlassen wurde, schickte er
später eine CD mit Kundendaten an die Zeitung "Cash", Drohbriefe an
Kunden (Absender "Teddy Bär") und schließlich Informationen an die
deutschen Behörden...
Nur beim Steuerrecht kann man nach
"Tatvollendung" straffrei bleiben durch eine Selbstanzeige.... ein Interview
mit dem Fundamentaltheologen Gregor Maria Hoff: Wenn jeder selbst entscheide,
welche Gesetze für ihn gelten, dann führe dies in der Summe zur Erosion der
Grundstruktur unseres Gemeinwesens.... 248 763
Euro muss M. nachzahlen, inklusive Zinsen. In etwa so viel wie der
Steuerberater ausgerechnet hat. Da Moll bereits 200 000 Euro an die Finanzkasse
überwiesen hat, muss er nur noch 48 763 Euro zahlen. Das tut er, noch am selben
Tag. Mit der fristgerechten Zahlung ist nun auch das letzte Kriterium für
Straffreiheit erfüllt. 248 762 Euro für ein gutes Gewissen. Carl Moll ist noch
einmal mit einem blauen Auge davongekommen aufgrund seines niedrigeren
Steuersatzes als Ruheständler und der hohen abzugsfähigen Kosten (Schweizer
Banken sind teuer). Am Abend holt er wieder einen Bordeaux aus dem Keller, wie
seinerzeit im März einen 90er Cheval Blanc. Doch heute Abend wissen Carl und
Christa Moll, weshalb dieser St. Émilion von Weinkritiker Parker 99 von 100
Punkten bekommen hat. Wahrlich ein Jahrhundertwein. Ein hervorragender Abgang.
Ein guter Abschluss." (
(alle Zitate aus manager magazin 01/2009 vom 19.12.2008, Seite
126, Autor: Kerstin Theobald, Steuerschulden, Aus dem Tagebuch eines
Steuersünders)
Der Klassiker: Der rosarote Panther kehrt zurück
"Sie trugen Frauenperücken,
kannten manche Verkäufer mit Vornamen und wussten, wo die teuersten Diamanten
versteckt waren. Am Ende räumten sie den Juwelierladen bis auf das letzte Stück
aus und erbeuteten Schmuck im geschätzten Gesamtwert von 50 bis 80 Millionen
Euro." (SZ, 05.12.2008)
Dieser Tage, am Tag der 2. Schwarzen Hafen-Nacht, meldete dieselbe Zeitung (23. Juni), dass es 85 Mio gewesen seien,
25 Verdächtige festgenommen und
ein Teil der Beute sichergestellt wurden. „Seit Jahren rauben die
‚Pink Panthers’ Diamanten – nun wurde der mutmaßliche Chef der Gruppe und 25
Tatverdächtige gefasst...
Es ist eine Bande mit wechselnden Mitglieder... „Ihre
kalte Entschlossenheit,“sagt Chrstophe Haget, Chef-Fahnder in Monaco, „wird nur
übertroffen von der Raffinesse ihrer Methoden...“ ... Die drei Männer, die
am vorigen Donnerstag am späten Vormittag zwischen Bentleys und Ferraris ihren
großen Porsche Cayenne auf dem Casiono-Platz parkten...ergaben sich ohne Gegenwehr...“
Staatsschutzsicherheit
"Am Ende", spekulierte die Süddeutsche auf Seite 3, "werden sie noch rausfinden, daß auch Adolf Hitler bei der Stasi war".
Bossnapping I, II & III
I. Die
Geiselnahme von fünf Managern des Unternehmens FM Logistic ist Ende April 2009
im lothringischen Metz nach zwölf Stunden zu Ende gegangen. Die Belegschaft der
Firma ließ die festgehaltenen Führungskräfte frei, nachdem ihnen neue Gespräche
über den geplanten Stellenabbau zugesagt wurden. Zudem versprach die
Firmenleitung von FM Logistic, keine rechtlichen Schritte gegen die „Geiselnehmer" einzuleiten, berichteten
französische Medien. (Logistik heute, 24.04.09)
II. Der Manager eines chinesischen Stahlwerkes hat Sparpläne mit
seinem Leben bezahlt. Nach seiner Ankündigung, 25 000 der 30 000
Mitarbeiter zu entlassen, hatten diese ihn erschlagen. Nun verzichtet
das Unternehmen auf die Entlassungen.
(Handelsblatt, 27.07.09)
III. "Die
Manager von Unternehmen, deren Aktien öffentlich gehandelt werden, sind Geiseln
des Kapitalmarktes. Kapital ist austauschbar, Menschen nicht." (Michael Yaziji, Harvard Businessmanager 12/2008)
Staatsnapping
Die Abhängigkeit von externer Finanzierung und das Drohpotential der
Finanzmarktakteure, ihr Kapital jederzeit abziehen zu können, hat den
Regierungen die Zins- und Wechselkurshoheit aus der Hand genommen. "Als
Resultat der erweiterten Exit-Option, die das Kapital genießt", stellt der
ehemalige Chefökonom der UNCTAD fest, "ist die Politik der Regierungen
jetzt zur Geisel der Finanzmärkte geworden." (Unctad: Die Konferenz der
Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung, kurz Welthandels- und
Entwicklungskonferenz -United Nations Conference on Trade and Development,
UNCTAD- ist ein ständiges Organ der Generalversammlung der Vereinten Nationen
mit Sitz in Genf)
Normallegalnapping
Notizen
zu einem ganz normalen Betrieb, gleich nebenan, in Wahlstedt (bei Segeberg)
gibt es einen Pumpenhersteller namens Grundfos. Die Angestellten sollen, so
berichteten die Lübecker Nachrichten (03.06.09)“auf die Hälfte sowohl ihres Urlaubs- als auch des
Weihnachtsgeldes verzichten. Außerdem wird ab diesem Monat die Kurzarbeit für
alle gut 600 Beschäftigten ausgeweitet. Für den Fall, dass das Sparziel nicht
erreicht wird, schließt die Geschäftsleitung auch Entlassungen nicht aus.“ – Oder, einige Nummern größer, ein Kommentar zur Drohung von Arcandor-Chef
Karl-Gerhard Eick mit der Insolvenz von Karstadt, Titel: Erpressung der Steuerzahler(Annette
Becker, Börsen-Zeitung, 26.5.2009),: „Sollte Arcandor-Chef
Karl-Gerhard Eick Freiheitsstrafe drohen? Oder ist sein Erpressungsversuch des
deutschen Steuerbürgers als Lappalie abzutun, für die eine milde Geldstrafe
ausreicht, um derartiges Verhalten in der Zukunft zu unterbinden? Oder schadet
Eick mit seinen täglich lauter werdenden Rufen nach Staatsgeld nur einfach der
eigenen Reputation und der des Unternehmens Arcandor? Gemäß §253 des Strafgesetzbuches jedenfalls
ist die Drohung mit der Insolvenz von Karstadt
und nachfolgend Arcandor, der in Deutschland
mehr als 50.000 Arbeitsplätze - Karstadt-Chef Stefan Herzberg brachte es am
Wochenende gar auf mehr als 100.000 Arbeitsplätze - zum Opfer fallen könnten,
als verwerflich und insofern als rechtswidrig anzusehen. Und dieser Versuch
ist, nimmt man das Strafgesetzbuch wörtlich, strafbar. Doch das scheint in
Essen, dem Firmensitz des Handelskonzerns, kaum noch ins Gewicht zu fallen;
zumal der Steuerbürger inzwischen fast täglich Strafanzeige erstatten
müsste...“.
Fazit des Spiegels
"Die Krise ist erst am Anfang. Das Schlimmste steht
noch bevor. Was wir jetzt erleben, ist ein letzter Versuch, die Krise
in den Griff zu bekommen. Doch es ist wie im Kasino, wo ein
verzweifelter Spieler in einem letzten Versuch alles auf Schwarz
setzt. Rien ne va plus."
Vertraulich Unbeschreibliches
Es
ist, als beschrieben diese nicht mehr nachvollziehbaren Zahlen von 50,
500, 800 Milliarden (woll'n se noch mehr?) eine Wirklichkeit "die
sich nicht deckt mit der unseres Alltags, in dem die Krise zwar in alle
Gespräche gesickert ist, aber kaum in alle Lebensläufe. Bis diese
Wirklichkeiten einander berühren, ist es nur natürlich, einer von
beiden zu misstrauen. Die Frage ist, welcher. Sind die Zahlen
unwirklich? Oder ist es bereits die Welt, in der wir leben?" ... "Früher
ergab sich Vertrauen daraus, dass man es so genau nicht wissen muss.
Heute daraus, dass man es so genau nicht weiß. Am Grad des Nichtwissens
ändert das nichts...." - Niemand weiß, wohin der Weg noch führt. Aber eine gewisse Logik für den Weg ins Verderben ist absehbar:"Wenn
man sagt, dass man systemische Banken stützt, um einen Zusammenbruch
des Finanzsystems abzuwenden, heißt das, alle daraus folgenden Schritte
auch zu gehen... Es ist im Lauf der Zeit weniger die Abfolge dieser
Schritte, die erstaunt, als vielmehr die Tatsache, mit welcher
Zwangsläufigkeit sie sich vollzieht. Immer ergibt das eine das andere,
ohne dass für jene, die dem Wirken dieser Logik nur zusehen können,
erkennbar wäre, wohin der Weg noch führt, der Schritt für Schritt
gegangen wird. Diejenigen, von denen
während der ganzen Zeit Vertrauen verlangt wird, ohne dass man ihnen
dafür finanziell entgegengekommen wäre, sind die Bürger. Sie werden es
nur bezahlen." (Marcus Jauer, Welt von gestern, FAZ, 14. Febr. 2009)
Vorschlag zur Güte
Laut Verdi-Gewerkschafter Rose besitzen die 25 reichsten Hamburger ca. 40 Milliarden €. Das ist nicht ganz so viel, wie das Konjunkturpaket der Bundesregierung umfassen soll, aber immerhin etwa das Vierfache des Haushaltes der Stadt Hamburg. Rose bemängelte auf einer Kundgebung auf dem Gänsemarkt, dass hierzulande "Sozialpolizisten Wohnungen von HartzIV-Empfängern durchsuchen und Millionäre von der Vermögenssteuer befreit werden". Das klingt aber schwer nach Sozialneid, so die völlig überbesetzte Kulturabteilung der Schwarzen Nächte in einem programmatischen Memorandum nach einer ruinösen Richtungs-Debatte, die bis in die frühen Morgenstunden währte. Das, werte Mitbürger des Sauses und des Brauses, muss nicht so sein. Da es zur Zeit gewisse, durchaus verständliche Berührungsvorbehalte zu den Beicht-Profis von der Banca Vaticana gibt, schlägt unsere Kulturabteilung eine ganz profane Form der Abbitte vor. Wir rufen hiermit alle gutwilligen Hamburger Milliardäre und Millionäre auf, endlich öffentlich Buße zu tun und in einem Akt der Nächstenliebe die Spaßkultur am literarischen Verbrechen, mithin die Schwarzen Nächte zu fördern. Und zwar subito. Schließlich tragen wir dazu bei, die Krise erträglich zu halten... Also.... Meine Mail-Adresse findet sich unten...
Die einzig "senkrechte" Konjunkturmassnahme...
- Nach John Maynard Keynes (Allgemeine Theorie der Beschäftigung, der Zinsen und des
Geldes), sind in Krisenzeiten staatliche Interventionen in Form von Investitionen gefordert.
Nach diesem theoretischen Großguru vergrößert sich die Renditefähigkeit auch durch eine
verstärkte Vernichtung von Sachkapital (Beispiel: Abwrackprämie - für Autos, die
Abwrackprämie für Alte, Kranke, kurzum Menschen gibt es schon länger und heißt
Gesundheits- und Sozialreform). Die schnellste physische Zerstörung von Sachkapital
leistet noch immer ein ordentlicher Krieg.
- 75 Sekunden, schrieb die FAZ am 31.1.09, brauchte der global agierende Medienzar Rupert
Murdoch in Davos, beim Treffen der Wirtschaftsmedizinmänner zur Diagnose der
gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise: "Die große Depression der dreißiger Jahre, behauptete
der Mogul", so die FAZ, "sei nicht von Roosevelts New Deal geheilt worden, sondern - vom
Krieg."
Was ist schon ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank? Oder: Was, bitte, ist eigentlich eine "Good Bank"?
- Laut Handelsblatt vom 5. Februar 09 wollen die DAX-Konzerne in diesem Jahr üppige
Dividende ausschütten. Demnach planen die 30 größten deutschen börsennotierten
Unternehmen, ihren Aktionären insgesamt 23,5 Milliarden € auszuschütten. Gemessen am
Börsenwert der Firmen, derzeit ca. 500 Milliarden €, sind die geplanten Dividenden so hoch
wie nie.
- "Die Wallstreet schüttete für 2008 insgesamt Jahresprämien in Höhe von 18,1 Milliarden
US$ an die knapp noch 170.000 Beschäftigten der Branche aus. Dies war nach Angaben
des staatlichen Rechnungsprüfers die sechsthöchste Summe aller Zeiten." (Financial
Times Deutschland, 29.01.2009)
- "Großspurig und medienwirksam hatten die Vorstände der Deutschen Bank vor einigen
Wochen angekündigt, für 2008 auf ihren sonst üblichen Bonus zu verzichten. Gewusst
warum: Kurze Zeit später mußte die Bank einräumen, dass sie Milliardenverluste erlitten
hat. Nun stellt sich aber heraus, dass die Deutsche Bank trotz dieses desaströsen
Geschäftsergebnisses Führungskräften unterhalb der Vorstandsebene für 2008 weiterhin
Boni in Millionenhöhe gezahlt hat." (Berliner Zeitung, 31. Januar 2009)
Am 2. August 2008 meldete Die Welt, dass das
Bundeskriminalamt 87.934 Fälle von Wirtschaftskriminalität erfasst
habe; das seien lediglich ca. 1,4 % aller aktenkundig gewordenen Fälle.
Allerdings machen nur die hier erfassten Wirtschaftskriminalfälle, so
die amtliche Statistik, mehr als 50% der durch Verbrechen registrierten
Schadensfälle (ca. 4,12 Mrd. €) aus. Im Gegensatz zu den meisten
anderen Straftaten, so das BKA, seien die Täter Personen, die
gesellschaftlich voll integriert sind. In 83% der Fälle handele es sich
um Männer mit hohem Bildungsstand. Und, so ein Psychologe, der die
Kripo berät, "nicht selten haben die Täter ein überhöhtes
Anspruchsdenken"...
... wird fortgesetzt...
Banken und andere Kleinigkeiten
Auch
die Deutsche Bank fährt Milliardenverluste ein. Das ist nicht weiter
überraschend. Allerdings reibt sich unsereins denn doch die
verschlafenen Augen, wie sehr diese Menschen, die unsereinem von der
untergehenden Kultur-Titanix immer das "eiskalte ökonomische Kalkül",
die klare, unbestechliche Sprache der Zahlen und bis zum Erbrechen die
dämliche Floskel von "das rechnet sich nicht" vorhalten dann doch immer
wieder ihren Karikaturen entsprechen. Aber ad personam: Boaz Weinstein
geht. Who the fuck? Boaz Weinstein, der laut Handelsblatt "ausgewiesene Experte für Kreditderivate" und "leidenschaftliche Schachspieler". Die alte Dame FAZ (7.2.09, Seite 21) ist da schon klarer und staunt auf ihre Art: "Boaz
Weinstein war lange ein Star bei der Deutschen Bank in New York. Ein
gut bezahlter Star. Er sorgte mit seinen Wetten auf komplexe
Finanzinstrumente (sic!!) jahrelang für satte Gewinne bei der Bank.
Deswegen verdiente Weinstein in guten Zeiten 40 millionen Dollar im
Jahr....Der gefallene Star hat die Bank in dieser Woche verlassen und
will einen Hedge-Fonds gründen. Weinstein war eine Art Wunderkind. Mit
16 Jahren war er einerer besten Schachspieler der Vereinigten Staaten,
mit 20 ein Kartenass an den Blackjack-Tischen von Las Vegas und mit 24,
als er zur Deutschen Bank kam, ein Meister im Handel mit
Kreditderivaten. Mit seinem Erfolg... brachte es Weinstein schließlich
zum Chef des Kredithandels. Er nannte seine Gruppe von Händlern Saba -
hebräisch für 'großväterliche Weisheit'. Weinstein heuerte Händler an,
die sein Faible für Glücsspiel teilten. Einer von ihnen, Bing Wang, kam
vor drei Jahren in der 'World Series of Poker', der in Las Vegas
ausgetragenen Pokerweltmeisterschaft, auf den 34. Platz. Weinstein
selbst gewann einst einen Maserati bei einem Pokerturnier, das von
einer Tochtergesellschaft von Berkshire Hathaway veranstaltet wurde,
dem Unternehmen des legendären Investors Warren Buffett.. Freitags nach
Handelsschluss setzten sich die Saba-Händler in einen Raum neben dem
Handelssaal und spielten Poker. Mindesteinsatz: 100 Dollar...Weinstein
hat bereits einige Investoren für seinen Hedge-Fonds gefunden. Der
Fonds wird wahrscheinlich Saba heißen." (Mehr zum Thema Banken unter "Verbrechen" > wo denn sonst?)
"Eine feine Sache, eine Vollmacht: Mord und Diebstahl heißen dann plötzlich anders." (Barry Unsworth, Das Sklavenschiff)
- "Am Abend nach dem Urteil flog Klaus Zumwinkel mit seiner Familie in den Skiurlaub nach
Italien. Zuvor hatte der wegen Steuerhinterziehung ... zu zwei Jahren Haft auf Bewährung
und zu einer Geldauflage von einer Million Euro verurteilte frühere Postchef ... (gesagt,) sein
Vertrauen in den Rechtsstaat habe durch das Verfahren gelitten." (Süddeutsche Zeitung,
28.01.09)
- Wegen eines Einbruchs in die Villa Dieter Bohlens und etlicher anderer Delikte wandert
ein 47jähriger Straftäter für 12 Jahre und 9 Monate ins Gefängnis - mit anschließender
Sicherungssverwahrung. (Spiegel online, 29.01.09) Dieser Mann sei, so die Staatsanwalt-
schaft, für die Allgemeinheit gefährlich...
- Einst arbeitete er in Hollywood, als Unternehmensberater und Finanzexperte. Dann verlor
der 45jährige seinen Job. Danach löschte er seine fünfköpfige Familie mit Ehefrau, drei
Söhnen und der Schwiegermutter aus, und brachte sich dann schließlich selbst um. In drei
Abschiedsbriefen und Bekennerschreiben äußerte er sich verzweifelt über seine finanzielle
Lage. (Die Welt, 7. Oktober 2008)
Pro bonum, contra malum
Milton Friedman (2006 verstorben) und seine weltweit in Finanzkreisen hoch geschätzten Chicago Boys, die neoliberalen Gurus, plädieren bekanntlich für einen weitestgehend deregulierten Markt. Friedman prägte den Satz: "Übertrüge man dem Staat die Zuständigkeit für die Wüste Sahara, würde in fünf Jahren der Sand knapp sein."
- Finanzial Times Deutschland, 23.10.2008, bzw. 12.10.2008) : "Unter dem Applaus
handverlesener Gäste hat die argentinische Präsidentin .... ein Dekret zur Verstaatlichung
der privaten Pensionsfonds unterzeichnet." - "In Island stehen wegen der internationalen
Bankenkrise alle drei großen Finanzinstitute des Landes...unter staatlicher Verwaltung..."
- International Business Times, 29. 01.2009): "Bundesfinanzminister Peer Steinbrück
erwägt, die schwer angeschlagene Bank Hypo Real Estate komplett zu verstaatlichen." Die
Bank wurde bislang mit Finanzhilfen in Höhe von 92 Mrd. Euro vor der Pleite bewahrt...
- Fokus, 23.10.2008: "Sarkozy setzt auf Verstaatlichung"
Fröhliche Wissenschaft
Der Hartz IV Höchstsatz beträgt derzeit ca. 350 € im Monat für den Ein-Personen-Haushalt,
plus gedeckelter Kosten für die Miete. Finanzprofessor Friedrich Thießen von der Uni
Chemnitz findet einen Regelsatz in Höhe von 132 - 278 € (plus Mietkosten) für das arbeitslose Personal zwischen 18 und 65 Jahren für hinreichend. - Ich finde 1.200 Kalorien pro Tag reichen auch...
Die Panzerknacker und Kater Carlo sind schuldlos
Im sauber kapitalen Entenhausen von Onkel Dagobert gibt es bekanntlich weder Morde noch Körperverletzungen. Kriminelles Treiben konzentriert sich dort im wesentlichen auf Banküberfälle und trickreiche Versuche der Umverteilung von Bargeld, insbesondere dem vom tränengefäß-sentimentalen Super Kapitalisten Dagobert. Wie jetzt Duckipedia herausfand, ist Geldwäsche ein häufiges Delikt. Sowohl in Duck- wie in Mausgeschichten tauchen Geldscheine auf Wäscheleinen auf, meist von Banden, die auch noch eine Druckerpresse besitzen. Die Panzerknacker sind das aber nie, und Carlo und Schnauz nur selten. Dunkelwesen wie das Schwarze Phantom sind es, die z.B. gern die Polizei mit Blüten erpressen. Übel, übel. - Aber Dagobert soll ja, so interessierte Wirtschaftskreise, ein ganz schlechtes Vorbild sein. Die Damen und Herren von der legalen Umverteilungsfraktion kritisieren, dass Dagobert seinen Mammon nur horte...
Verbrechen hat goldenen Boden
Wir können auf kein Talent verzichten, soll Angela Merkel gesagt haben...
Geldverbrennung
oder: Idee für das Intro der nächsten Langen Schwarzen Nacht...
Am Freitag, 14. November 08, hatte das Cabaret Voltaire
zur besonderen After Work Party, einem After Work Branding vor die Alte
Börse in Zürich eingeladen. Unter Anleitung des Künstlers Robert Wolf
waren alle Interessenten aufgefordert, mindestens eine eigene Geldnote
zu verbrennen. Während der Zeremonie ließ sich der junge Künstler mit
der Asche des verbrannten Geldes schwarz anmalen, stellte sich als "Schwarzer Peter" zur Verfügung und übernahm die gesamte Schuld am Finanzdebakel. - Der Eintritt war frei. "C'est génial" rief eine ältere Dame als sie eine Banknote abfackelte, so der Tagesanzeiger aus Zürich vom 14.11.2008: "Ihr Begleiter meinte, es komme nicht darauf an, ob er das Geld zur UBS bringe oder verbrenne..."
- Rund ein Dutzend Personen sollen dem Aufruf gefolgt sein, um zwischen
5 und 6 Uhr abend Zehn- und Zwanzig-Franken-Scheine sowie chinesisches
und altes ecuadorianisches Geld im Gesamtwert von rund 140 Franken zu
verbrennen...
Zeit ist Geld
Die Flaute hat inzwischen auch die Klassik erreicht: Polizei und Banken meldeten in den letzten Jahren gravierende Rückgänge von klassischen Überfällen, das meldete die Polizei von Berlin und NRW unisono - schon vor zwei Jahren. Bankenvertreter sehen die Ursache in den verbesserten Sicherheitsstandards der Geldinstitute. So seien die Kassentresore inzwischen alle mit einem Mechanismus zur Zeitverzögerung ausgestattet. 5000 € abzuheben dauert also mindestens 30 Sekunden, 10.000 € schon zwei Minuten. Deshalb sind auf die Schnelle nur noch 3 - 4.000 € zu erbeuten. Die Profis orientieren sich deshalb um, zum Beispiel auf das Knacken von Geldautomaten.
Automatenknacker
In Saarmund bei Potsdam versuchten Gangster den Geldautomaten einer Bank zu rauben. Sie setzten mit einem geklauten Lkw rückwärts durch die Glasfront , legten ein Seil um die "Kiste", verbanden es mit der Anhängerkupplung, rissen die Maschine aus der Verankerung und entkamen unerkannt - mit dem Kontoauszugsdrucker...
Glotzt nicht so romantisch...
"...ich habe den Banken noch nie vertraut. Dort sind für mich grundsätzlich nur Verbrecher am Werk. So viel weiß ich noch aus dem DDR-Philosophieunterricht: Geld ist eine Verkehrsform.Oder von Brecht:'Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?' Mich regt die aktuelle Finanzkatastrophe samt dem staatlichen Bürgschaftswahnsinn schrecklich auf. Wieso sollen wir für diese Pleiten geradestehen? Würde ich so mies arbeiten wie die verantwortlichen Banker und Topmanager, könnte ich keinen Cent verdienen. In der Französischen Revolution wurden solche Ganoven an die Laternen gehängt. Vielleicht sollte man sie heute weiterleben lassen - und zwar unter HartzIV-Bedingungen." - Die unvergleichliche Katharina Thalbach in einem Gespräch mit der FAZ (21.11.2008) auf die Frage: "Haben Sie denn in den letzten Wochen Geld oder Aktienwerte verloren?"
Im dänischen Munkebo versuchten drei Einbrecher den Safe einer Bank zu sprengen. Die Explosion war so heftig, dass die Bank einstürzte. Der Safe blieb heil.